Rosa Serie
Zustand 1-17, Fotografie, Pigment / digitale Arbeit, 40 × 50 cm, 2026
Ich sehe eine Reihe von Eiern. Sie stehen nebeneinander, ähnlich genug, um sich nicht zu behaupten, verschieden genug, um nicht zu verschwinden.
Der Körper bleibt konstant: ein geschlossenes Volumen, ruhig, ohne Geste, ohne Öffnung, ohne Richtung, ohne Zugriff. In sich vollständig.
Das Ei erscheint hier nicht als Zeichen, sondern als Gegebenheit. Ein Körper, an dem nichts hinzugefügt und nichts weggenommen werden kann, ohne ihn zu verändern. In diesem Sinn wirkt er ikonisch – nicht, weil er etwas darstellt, sondern weil er sich entzieht.
Was sich verändert, geschieht innen und auf der Oberfläche.
Das Rosa sammelt sich nicht nur als Farbe, es legt sich auf eine Haut. Eine Haut, die nicht glatt ist. Die feine Struktur des Eis bleibt sichtbar: Poren, kleine Abweichungen, Spuren eines Körpers, der berührt worden ist.
Ausgangspunkt ist eine Fotografie. Das Ei wird vergrößert, aus seinem gewohnten Maßstab gelöst. Im Bildformat von 40 × 50 cm tritt hervor, was sonst beiläufig bleibt: Materialität, Oberfläche, Nähe.
Die Farbe überdeckt diese Struktur nicht. Sie arbeitet mit ihr. Sie sammelt sich in Vertiefungen, verdichtet sich an manchen Stellen, zieht sich an anderen zurück. Der Übergang bleibt weich – eher Bereich als Grenze.
Vielleicht ist dieses Rosa kein Versprechen. Vielleicht ist es eine Entscheidung. Eine Entscheidung dafür, nicht alles zu sehen, nicht alles zu wissen, nicht alles hereinzulassen.
In einer Gegenwart, die unaufhörlich Bilder erzeugt, bleiben diese Arbeiten still. Sie reagieren nicht. Sie senden nichts zurück. Sie halten.
Die Wiederholung der Eier ist kein formales Spiel. Sie ist eine Übung im Hinsehen. Erst im Nebeneinander zeigt sich, wie wenig sich ändern muss, damit sich etwas verschiebt: die Dichte der Farbe, die Temperatur, die Art, wie die Oberfläche das Licht hält.
Der Körper des Eis bleibt unzugänglich. Er öffnet sich nicht. Er erklärt nichts. Gerade darin liegt seine Ruhe.
Die Arbeiten erzählen keine Geschichte. Sie geben keinen Kommentar. Sie bleiben bei einem Zustand – einem Zustand, der nicht festliegt, sondern sich im Blick verschiebt.
Die Serie bleibt offen, wie ein Körper, der vollständig ist und doch jedes Mal anders wahrgenommen wird.
Zustand 1
Zustand 2
Zustand 3
Zustand 4
Zustand 5
Zustand 6
Zustand 7
Zustand 8
Zustand 9
Zustand 10
Zustand 11
Zustand 12
Zustand 13
Zustand 14
Zustand 15
Zustand 16
Zustand 17